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Marketing

Marketing Cloud Next: Wechseln, ergänzen oder warten?

Marketing & Revenue4 Min. Lesezeit

Die Einführung einer neuen Marketing-Plattform ist kein Selbstzweck. Entscheidend ist, welche Fähigkeiten heute fehlen, welche Prozesse bereits gut funktionieren und wie viel Veränderung der Betrieb sinnvoll tragen kann. Deshalb gibt es nicht nur eine richtige Antwort: ergänzen, parallel erproben oder später wechseln können je nach Ausgangslage gleichermaßen sinnvoll sein.

Marketing-Team plant eine Customer Journey mit Karten und einem visuellen Arbeitsbereich. KI-generierte Illustration; keine echte Salesforce-Produktaufnahme.KI-generiert
Nicht vom Produktnamen ausgehen – sondern von der Frage, welche Marketing-Fähigkeit konkret besser werden soll.
Hauptthema

AUSGANGSPUNKT

Die richtige Frage lautet: Welche Fähigkeit soll wann besser werden?

Bei der Fähigkeit beginnen.
  • Menschen erreichenZielgruppen und Journeys
  • Vertrauen schaffenConsent und Content
  • Wirkung verbessernRückmeldungen und Betrieb

Ein Plattformwechsel ist nur dann sinnvoll, wenn daraus ein konkreter Nutzen entsteht. Beginnen Sie deshalb nicht bei Features, sondern bei Fähigkeiten, die im Marketingprozess heute wirklich fehlen oder unnötig aufwendig sind.

  • Welche Zielgruppenbildung soll einfacher oder präziser werden?
  • Welche Journeys oder Kanäle sollen besser zusammenspielen?
  • Welche Daten sollen schneller oder verlässlicher verfügbar sein?
  • Welche Aufgaben im Betrieb sollen weniger manuell werden?

Erst wenn die gewünschte Verbesserung klar ist, lässt sich sinnvoll bewerten, ob ein Wechsel überhaupt nötig ist.

ENTSCHEIDUNG VOR MIGRATION

Erst das Problem klären. Dann die Plattform wechseln.

Ein Plattformwechsel sollte ein bekanntes fachliches oder betriebliches Problem lösen. Sonst entsteht dieselbe Komplexität auf neuerer Technologie erneut.

  • Welches Ergebnis soll im Marketing besser werden?
  • Welche aktuelle Einschränkung verursacht das Problem?
  • Ist die Einschränkung technischer, organisatorischer oder beider Art?
  • Was würde nach der Veränderung im Marketingbetrieb einfacher?
  • Welche bestehende Fähigkeit kann vorerst bleiben, wo sie ist?

Ein guter Migrationsgrund erklärt, was besser wird – nicht nur, was neuer wird.

DER ZEITPUNKT ZÄHLT

Nicht jede Fähigkeit muss gleichzeitig umziehen.

Die einzelnen Bereiche des Marketingbetriebs können zu unterschiedlichen Zeitpunkten für einen Wechsel bereit sein. Zielgruppenbildung, Consent, Content, Orchestrierung und Reporting müssen nicht alle im selben Release die Plattform wechseln.

Richten Sie die Reihenfolge nach Abhängigkeiten und messbarem Nutzen aus – nicht nach einem Alles-oder-nichts-Stichtag.

Den nächsten Schritt je Fähigkeit wählen.
  • BeibehaltenWas gut funktioniert
  • ErgänzenWo Nutzen fehlt
  • UmstellenWenn Abhängigkeiten geklärt sind

Unterschiedliche Fähigkeiten. Unterschiedliche Zeitpunkte.

MIGRATION

Keine Migration nur wegen des Produktnamens

Der Verlängerungspilot prüft Consent vor der E-Mail-Aktivität; ausgeschlossene Profile treten aus. Illustrativer konfigurierter Marketingablauf mit fiktiven Daten; keine exakte Marketing-Cloud-Next-Oberfläche oder Lizenzaussage.

Ein neues Produkt kann relevante Vorteile bieten. Trotzdem sollte ein Wechsel nur dann erfolgen, wenn konkrete Fähigkeiten, Betriebsaufwand oder strategische Anforderungen dadurch tatsächlich besser werden.

Eine Migration ist dann sinnvoll, wenn der fachliche Nutzen den zusätzlichen Übergangs- und Betriebsaufwand rechtfertigt.

  1. Bestehende Prozesse bewerten

    Welche Journeys, Zielgruppen und Betriebsabläufe funktionieren heute bereits zuverlässig?

  2. Lücken konkret benennen

    Welche Fähigkeit fehlt wirklich – und lässt sich diese auch ergänzen statt migrieren?

  3. Folgekosten mitdenken

    Content, Integrationen, Consent, Datenmodelle und Supportwege müssen beim Übergang ebenfalls berücksichtigt werden.

  1. Engagement stabil weiterführen
  2. ausgewählte Fähigkeiten ergänzen
  3. schrittweise in die Zielarchitektur überführen

Drei realistische Wege

Nicht jede Organisation muss sofort vollständig wechseln. In der Praxis sind drei Übergangswege besonders realistisch.

OptionGeeignet fürStärkenZu beachten
ErgänzenWenn die bestehende Plattform im Kern funktioniert, aber einzelne neue Fähigkeiten benötigt werden.Begrenzter Veränderungsumfang und geringeres Betriebsrisiko.Zusätzliche Schnittstellen und klare Zuständigkeiten zwischen Alt- und Neusystem sind nötig.
Parallel erprobenWenn ein konkreter Anwendungsfall mit der neuen Plattform getestet werden soll, ohne den bestehenden Betrieb sofort abzulösen.Nutzen und Betriebsaufwand lassen sich unter realen Bedingungen vergleichen.Consent, Zielgruppen, Content und Reporting müssen im Parallelbetrieb sauber getrennt und abgestimmt werden.
Gestuft wechselnWenn mehrere Fähigkeiten langfristig auf die neue Plattform übergehen sollen und ein klarer Zielzustand besteht.Der Übergang kann nach Use Cases, Kanälen oder Zielgruppen kontrolliert erfolgen.Der Migrationspfad braucht klare Exit-Kriterien, Ownership und einen Plan für Doppelbetrieb.

Der beste Weg ist der, der Nutzen beweist und gleichzeitig den laufenden Marketingbetrieb beherrschbar hält.

ÜBERGANG

Planen Sie einen gestuften Übergang.

Ein Übergang wird einfacher, wenn nicht gleichzeitig Zielgruppen, Content, Consent, Journeys und Betrieb verschoben werden. Begrenzen Sie den ersten Schritt auf einen klaren Anwendungsfall.

Erst wenn der Pilot nachvollziehbar funktioniert, sollte der nächste Umfang erweitert werden.

  1. Pilotumfang begrenzen

    Ein Kanal, ein Zweck, eine Zielgruppe oder ein klarer Journey-Typ.

  2. Consent und Daten klären

    Festlegen, welche Einwilligungen, Profildaten und Ausschlüsse im neuen Pfad gelten.

  3. Content und Betrieb zuordnen

    Verantwortliche Teams, Vorlagen, Supportweg und Reporting für den Pilot definieren.

  4. Rückmeldung sammeln

    Nicht nur Kampagnenergebnisse, sondern auch Datenqualität und Betriebsaufwand beobachten.

PRÜFKRITERIEN

Was vor der Entscheidung sichtbar sein sollte

  • Welche Fähigkeit soll sich konkret verbessern?

    Nicht allgemein „moderner werden“, sondern den erwarteten Nutzen pro Use Case benennen.

  • Welche bestehenden Prozesse bleiben erhalten?

    Funktionierende Journeys, Content-Prozesse und Betriebsabläufe nicht ohne Grund neu bauen.

  • Welche Daten und Consent-Regeln gelten über Plattformgrenzen?

    Quelle, Zweck, Kanal, Ausschlüsse und Widerruf müssen auch im Übergang nachvollziehbar bleiben.

  • Wer betreibt Alt- und Neusystem während der Übergangsphase?

    Content, Zielgruppen, Support, Reporting und technische Verantwortung klar zuordnen.

Weitere Prüfkriterien (2)
  • Wie wird Erfolg des Piloten gemessen?

    Fachliche Wirkung und zusätzlicher Betriebsaufwand gemeinsam bewerten.

  • Welche Bedingung löst den nächsten Übergangsschritt aus?

    Erweiterung nur nach belegter Qualität, klaren offenen Punkten und bewusster Entscheidung.

KLEIN STARTEN

Einen neuen Anwendungsfall kontrolliert erproben

Ein Pilot sollte nicht nur zeigen, dass die neue Plattform technisch funktioniert. Er sollte belegen, ob der konkrete Marketingprozess fachlich und betrieblich besser wird.

Ausschlüsse vor dem nächsten Kontaktpunkt prüfen.
Eine konfigurierte Release-Prüfung verhindert zwei Plattformen als Inhaber desselben Versands. Illustrativer konfigurierter Marketingablauf mit fiktiven Daten; keine exakte Marketing-Cloud-Next-Oberfläche oder Lizenzaussage.
  1. 01

    Bestand aufnehmen

    Bestehenden Ablauf, Datenquellen, Consent, Content und heutige Probleme sichtbar machen.

  2. 02

    Nutzen abgrenzen

    Festlegen, welche konkrete Fähigkeit im Pilot besser werden soll.

  3. 03

    Zielpfad entwerfen

    Daten, Zielgruppe, Journey, Consent und Rückmeldung für den neuen Pfad definieren.

  4. 04

    Pilot betreiben

    Kampagne oder Journey unter realistischen Bedingungen inklusive Support und Monitoring laufen lassen.

  5. 05

    Übergang entscheiden

    Auf Basis von Wirkung, Qualität und Betriebsaufwand bewusst erweitern, anpassen oder stoppen.

Häufige Fragen zur Einordnung

Müssen wir vollständig auf Marketing Cloud Next wechseln?

Nicht automatisch. Je nach Ausgangslage kann Ergänzen, Parallelbetrieb oder ein gestufter Wechsel sinnvoller sein. Entscheidend ist, welche Fähigkeiten Sie tatsächlich brauchen.

Kann Alt und Neu parallel betrieben werden?

Ja, wenn Zuständigkeiten, Consent, Zielgruppen, Content, Reporting und Supportwege sauber getrennt beziehungsweise abgestimmt sind. Parallelbetrieb braucht ein bewusstes Betriebsmodell.

Womit sollte ein Pilot beginnen?

Mit einem klar begrenzten Anwendungsfall, dessen Nutzen messbar ist und der nicht sofort eine vollständige Migration von Daten, Content und Journeys voraussetzt.

Quellen und weitere Informationen

Für weiterführende Informationen zu Marketing Cloud, Marketing Cloud Next und Data 360 sind insbesondere diese Quellen hilfreich:

  1. Salesforce – Marketing Cloud EngagementGeprüft am

    Unterstützt die aktuelle Einordnung von Marketing Cloud Engagement und Next; Roadmap, Lizenz-, Namens- und Migrationsaussagen sind volatil und vor Veröffentlichung zwingend neu zu prüfen.

  2. Salesforce – Marketing Cloud NextGeprüft am

    Unterstützt die aktuelle Einordnung von Marketing Cloud Engagement und Next; Roadmap, Lizenz-, Namens- und Migrationsaussagen sind volatil und vor Veröffentlichung zwingend neu zu prüfen.

  3. Salesforce – Marketing-Produkte im ÜberblickGeprüft am

    Unterstützt die aktuelle Einordnung von Marketing Cloud Engagement und Next; Roadmap, Lizenz-, Namens- und Migrationsaussagen sind volatil und vor Veröffentlichung zwingend neu zu prüfen.

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