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Architekturentscheidung

Salesforce Standard oder Custom? Eine Entscheidung mit Augenmaß

CRM & Plattform3 Min. Lesezeit

Standard, Low-Code oder Custom: Die technisch einfachste Lösung ist nicht automatisch die beste. Entscheidend ist, welche Variante den fachlichen Bedarf erfüllt und auch später noch verständlich, testbar und wartbar bleibt. Der Vergleich sollte deshalb nicht nur auf Entwicklungsaufwand schauen, sondern auch auf Abhängigkeiten, Berechtigungen, Betrieb und spätere Änderungen.

Zwei Fachleute vergleichen einen visuellen Flow mit einer Code-Lösung. KI-generierte Illustration; keine echte Salesforce-Produktaufnahme.KI-generiert
Nicht Standard gegen Custom ausspielen – sondern Bedarf, Folgen und Betrieb gemeinsam bewerten.
Hauptthema

ENTSCHEIDUNGSPRINZIP

Die bessere Lösung bleibt auch nach dem Go-live beherrschbar.

Die Frage ist nicht, wie viel Code eine Lösung enthält. Entscheidend ist, ob sie den Bedarf sauber erfüllt und Teams sie auch bei späteren Änderungen noch verstehen und kontrollieren können.

ENTSCHEIDUNGSPRINZIP

Nicht möglichst wenig Custom – sondern passend zum Bedarf

Salesforce-Standard sollte genutzt werden, wenn er den fachlichen Bedarf sinnvoll abdeckt. Reicht das nicht, können Low-Code oder Custom die bessere Wahl sein – solange der zusätzliche Aufwand nachvollziehbar begründet ist.

Die Folgen für Betrieb und Weiterentwicklung mitbewerten

Eine heute schnelle Lösung kann später teuer werden, wenn Berechtigungen, Automatisierungen, Tests oder Verantwortlichkeiten unnötig kompliziert werden. Deshalb gehört der spätere Betrieb in die Entscheidung.

Die beste Lösung ist die, deren Nutzen und zusätzliche Komplexität in einem vernünftigen Verhältnis stehen.

AUSNAHMEN

Die bewusste Ausnahme sichtbar halten

Eigener Entscheidungsbereich: Anforderung und gewählte Option bleiben verknüpft.

Eine Abweichung vom Standard ist nicht automatisch ein Fehler. Problematisch wird sie erst, wenn später niemand mehr weiß, warum sie nötig war, welche Alternative geprüft wurde und unter welchen Annahmen sie weiterhin gilt.

Dokumentieren Sie deshalb bewusst gewählte Ausnahmen mit Begründung, Owner und einem klaren Prüfauslöser.

Drei Lösungswege im Vergleich

Standard, Low-Code und Custom haben jeweils ihren Platz. Entscheidend ist, welche Variante den Bedarf mit vertretbarer Komplexität und langfristig beherrschbarem Betrieb erfüllt.

OptionGeeignet fürStärkenZu beachten
Salesforce-StandardWenn der Bedarf mit vorhandenen Plattformfunktionen sauber abgebildet werden kann.Weniger individuelle Logik, meist einfacher zu warten und näher am Plattformstandard.Nicht passend, wenn fachliche Anforderungen dadurch verbogen oder wichtige Prozessschritte künstlich eingeschränkt werden.
Low-CodeWenn Standardfunktionen ergänzt werden müssen, ohne eine vollständig eigene Lösung zu entwickeln.Hohe Flexibilität innerhalb der Plattform und häufig schneller anpassbar.Auch Low-Code kann komplex werden, wenn Automatisierungen, Regeln und Abhängigkeiten unkontrolliert wachsen.
CustomWenn der fachliche Bedarf mit Standard und Low-Code nicht sinnvoll abbildbar ist.Gezielte Freiheit für Anforderungen, die wirklich individuelle Logik benötigen.Mehr Verantwortung für Entwicklung, Tests, Dokumentation, Security und spätere Wartung.

Die Entscheidung ist kein Ranking. Jede Variante ist sinnvoll, wenn sie bewusst gewählt und über den Lebenszyklus beherrschbar bleibt.

ENTSCHEIDUNG FESTHALTEN

Nutzen, Betriebsfolgen und Prüfauslöser gemeinsam dokumentieren.

Eine Lösungsentscheidung sollte nicht nur die gewählte Variante festhalten. Wichtig ist auch, welchen Nutzen sie schafft, welche zusätzliche Komplexität entsteht und wann die Entscheidung erneut geprüft werden sollte.

  1. Welchen konkreten fachlichen Nutzen schafft die gewählte Variante?

  2. Welche neuen Abhängigkeiten, Berechtigungen oder Betriebsaufgaben entstehen?

  3. Welche Alternative wurde verworfen – und warum?

  4. Welche Änderung würde eine erneute Bewertung auslösen?

LEBENSZYKLUS

Die Entscheidung über den Lebenszyklus prüfen

Eine Lösung kann heute sinnvoll sein und später trotzdem zum Problem werden. Prüfen Sie deshalb nicht nur die Umsetzung, sondern auch Betrieb, Weiterentwicklung und mögliche Ablösung.

  • Passt die Lösung weiterhin zum fachlichen Bedarf?

  • Sind Abhängigkeiten, Berechtigungen und Verantwortlichkeiten noch nachvollziehbar?

  • Lassen sich Änderungen zuverlässig testen und ausrollen?

  • Ist der Betriebs- und Supportaufwand weiterhin angemessen?

Weitere Prüfkriterien (2)
  • Gibt es neue Plattformfunktionen, die die Ausnahme inzwischen ersetzen könnten?

  • Hat sich Volumen, Risiko oder Nutzung so verändert, dass die Entscheidung neu bewertet werden sollte?

NÄCHSTE SCHRITTE

Die nächsten konkreten Schritte

Systemgrenzen und Übergaben gemeinsam sichtbar machen.
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  1. 01

    Bedarf verstehen

    Beschreiben Sie zuerst das fachliche Ziel und die Einschränkungen, die wirklich gelöst werden müssen.

  2. 02

    Optionen abwägen

    Vergleichen Sie Standard, Low-Code und Custom nach denselben Kriterien – nicht nur nach Umsetzungsaufwand.

  3. 03

    Betrieb absichern

    Dokumentieren Sie Auswirkungen, Owner und Prüfauslöser, bevor die Lösung dauerhaft in den Betrieb geht.

Standard zuerst – aber nicht um den Preis einer Lösung, die den eigentlichen Bedarf verfehlt.

360Node Arbeitsprinzip

Häufige Fragen zur Lösungswahl

Ist Custom grundsätzlich schlechter als Standard?

Nein. Custom ist dann sinnvoll, wenn Standard und Low-Code den fachlichen Bedarf nicht sauber abdecken. Entscheidend ist, dass der zusätzliche Aufwand für Entwicklung, Tests und Betrieb bewusst akzeptiert wird.

Wann ist Low-Code die bessere Wahl?

Wenn Plattformfunktionen ergänzt werden müssen, ohne eine vollständig eigene technische Lösung aufzubauen. Trotzdem sollten Abhängigkeiten, Automatisierungen und spätere Wartung genauso kritisch betrachtet werden wie bei Custom Code.

Wie verhindern wir, dass eine Ausnahme dauerhaft zum Sonderweg wird?

Dokumentieren Sie Begründung, Owner und Prüfauslöser. Sobald sich Plattformfunktionen, Anforderungen oder Risiken ändern, kann die Ausnahme bewusst neu bewertet werden.

Quellen und weitere Informationen

Produktnamen und Funktionen können sich ändern. Die verlinkten Primärquellen bilden die Grundlage für diese Einordnung und werden vor einer Veröffentlichung erneut geprüft.

  1. Salesforce Well-Architected – ÜberblickGeprüft am

    Unterstützt Kriterien für bewusste Plattform- und Architekturentscheidungen über Nutzen, Kontrolle und Lebenszyklus; aktuelle Plattformgrenzen erneut prüfen.

  2. Salesforce Well-Architected – IntentionalGeprüft am

    Unterstützt Kriterien für bewusste Plattform- und Architekturentscheidungen über Nutzen, Kontrolle und Lebenszyklus; aktuelle Plattformgrenzen erneut prüfen.

  3. Salesforce Platform Decision GuidesGeprüft am

    Unterstützt Kriterien für bewusste Plattform- und Architekturentscheidungen über Nutzen, Kontrolle und Lebenszyklus; aktuelle Plattformgrenzen erneut prüfen.

Szenario-Vorschau

Wie spielen Ihre Systeme zusammen?

Eine Salesforce-Entscheidung betrifft selten nur eine Funktion. Prüfen Sie, welche Systeme, Datenflüsse und Verantwortlichkeiten durch Standard, Low-Code oder Custom tatsächlich berührt werden.

Beispiel-Architektur

01 · 5 Systeme

Kundendaten aktivieren

CRM-, ERP- und Auftragsdaten in Data 360 vereinen und für E-Mail aktivieren.

  • CRM
  • ERP
  • Order Management

02 · 4 Systeme

Service mit KI

Service, Data 360, Marketing und Agentforce greifen ineinander.

  • Salesforce Service
  • Data 360
  • Agentforce

03 · 5 Systeme

Produkt bis Auftrag

CRM, Produkt-, ERP- und Auftragsdaten bleiben klar geführt.

  • Salesforce CRM
  • PIM
  • ERP

Gerade bei individuellen Erweiterungen sollten Systemgrenzen und Auswirkungen auf angrenzende Prozesse früh sichtbar werden.

Fünf Architekturen erkunden

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